(Vespa crabro)

Grösse Königin:
Arbeiterinnen:
Drohnen:
30 - 35 mm
18 - 25 mm
21 - 28 mm
Familie Faltenwespen
(Vespidae)
 
Aufnahmeort: am Schlundweiher in Nussbaumen  
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Die Hornisse ist die grösste in Mitteleuropa lebende Faltenwespe. Sie bilden einjährige Staaten mit 300 bis 700 Tieren. Die Nestgründung geschieht im Frühjahr durch ein befruchtetes Weibchen, das überwintert hat, die neue Königin. Diese beginnt mit dem Nestbau an einem dunklen Ort, indem sie Holzfasern mit Speichel vermischt und damit einige wenige Brutzellen baut.
In diesen Zellen entwickeln sich nun kleine Weibchen, die ersten Arbeiterinnen. Sie haben verkümmerte Geschlechtsorgane und sind noch sehr klein. Mit ihrer Hilfe wächst nun der Hornissenstaat sehr schnell heran.

Erwachsene Hornissen ernähren sich von Baum- und Pflanzensäften und im Herbst auch von Fallobst. Die Brut füttern sie aber ausschliesslich mit Insekten wie Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfern, Raupen, Libellen, usw. und Spinnen. Süssspeisen sind für Hornissen uninteressant und auch sonst gehen sie den Menschen lieber aus dem Weg.

Aber es sind durchaus sehr wehrhafte Tiere, vor allem wenn es darum geht ihr Nest zu verteidigen oder wenn sie sich bedroht fühlen. Was das heisst spürte ich selber als ich die Aufnahmen machte. Ich konnte mich dem Nest, das in einem Nistkasten war, problemlos bis auf einen Meter nähern. Ich konnte sie lange Zeit beobachten, ich wurde zwar immer ganz genau von einer Wächterin am Nesteingang beobachtet, das war es dann aber schon. Bei meiner ersten Tour war es bewölkt und die Lichtverhältnisse alles andere als gut. Selbst mit Blende 2.8 waren die Aufnahmen unbefriedigend, also kam der Blitz zum Einsatz. Der Blitz wurde aber von den Hornissen als Bedrohung aufgenommen und das bekam ich sehr schnell zu spüren. Es war nun nicht so, dass ein ganzer Schwarm auf mich los ging, nein nur eine einzelne Hornisse griff mich von hinten an und stach mich in den Rücken. Der Stich war zwar schmerzhaft, aber ich wollte unbedingt noch bessere Bilder, also machte ich eine weitere Aufnahme wieder mit Blitz und als Reaktion ein weiterer Stich in den Rücken. Nach dem dritten Stich gab ich auf und entfernte mich von dem Nest ohne dass mir eine Hornisse gefolgt wäre.

Eine Woche später bei idealem Wetter war ich wieder dort und ich konnte ohne Blitz aus nächster Nähe fotografieren ohne dass ich bedroht oder angegriffen worden wäre.

Was die drei Stiche betrifft kann ich nur sagen, dass ein Bienen- oder Wespenstich nicht weniger schmerzhaft ist, einzig die Wirkung hält etwas länger an. Aber wer auf Bienen- oder Wespengift allergisch ist muss auch bei den Hornissen äusserst vorsichtig sein.