(Argiope bruennichi)

Grösse Männchen ca. 6 - 7 mm
Weibchen ca. 15 - 20 mm
 
Vorkommen Mai - Oktober  
Nahrung: Feldheuschrecken, Hautflügler, Zweiflügler  
     
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Merkmale

Die Wespenspinne gehört in die Familie der Radnetzspinnen (Araneidae). In ihrem Aussehen ist sie mit keiner anderen heimischen Spinnenart zu verwechseln. Auf dem Hinterleib hat sie Querstreifen aus gelben, weissen und schwarzen Linien, was ihr den deutschen Namen „Wespenspinne“ einbrachte. Auch die Beine weisen eine kontrastreiche gelb-schwarze Ringelung auf. Das viel kleinere Männchen erscheint demgegenüber viel unscheinbarer gefärbt und gezeichnet. Sein Hinterkörper hat eine blasse gelbliche Grundfärbung, nur undeutlich dunkle Zeichnungen und keine Querbänder.

Vorkommen

Die Wespenspinne bevorzugt sonnige, offene Gebiete, mit niedriger oder halbhoher Vegetation. Wichtig ist dabei, dass der Lebensraum wenig gestört wird und die Vegetation lange stehen bleibt. Nur so werden die Netze nicht unnötig zerstört. Sie kann die Netze zwar problemlos erneuern, aber bei zu häufigen Störungen wandert sie ab.
Bis vor 50 Jahren kam sie vor allem im Mittelmeerraum vor, nördlich der Alpen nur in klimatisch begünstigten Bereichen (z.B. im Wallis oder im Kaiserstuhl). Heute werden die Tiere bereits aus Norddeutschland und den dort angrenzenden Ländern gemeldet und bei uns kommen sie teilweise häufig vor.

Lebensweise

Das Fangnetz wird stets in Bodennähe, zwischen Gräsern oder lückig stehenden, krautigen Pflanzen erstellt. Radnetze, nicht nur die von Wespenspinnen, sind wahre Kunstwerke, mit faszinierenden Eigenschaften.
Bei der Wespenspinne ist die Netzmitte mit einer dichten Gespinstplatte überzogen, die etwa so gross ist wie die Spinne. Darüber und darunter ist ein dichtes Zickzackgeflecht eingebaut. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um einen sehr raffinierten Tarnmechanismus. Die Spinne hält sich fast immer in der Netzmitte auf der Gespinstplatte auf. Bei Störungen durch Angreifer versetzt sie ihren Körper und damit das ganze Netz in schnelle, schaukelnde Bewegungen; für einen Angreifer (z.B. Singvogel) erscheint sie nun in einem unscharfen, helldunkeln Streifenmuster. Ihr genauer Aufenthaltsort ist dabei nicht mehr sicher zu erkennen.

Fortpflanzung

Die Paarung findet ab Ende Juli statt. Das Männchen begibt sich unter ständig wiederholten Zupfsignalen direkt in das Netz des Weibchens. Es spinnt vorgängig keinen Werbefaden wie andere Araneus-Arten. Dieser Zupfvorgang kann unter Umständen mehrere Tage dauern.
Wenn das Weibchen paarungsreif ist, verhält es sich passiv und hebt seinen Körper etwas von der Netzebene ab. Diesen Moment nutzt das Männchen um unter das Weibchen zu gelangen und die Paarung zu vollziehen. Der eigentliche Akt dauert nur wenige Sekunden und das Weibchen erwacht sofort. Es ergreift das Männchen, tötet und verzehrt es. Nur selten gelingt einem Männchen rechtzeitig die Flucht.
Dieses Verhalten gilt als typisch für Spinnen, was aber nicht stimmt. Die meisten Spinnenarten trennen sich nach der Paarung friedlich.
Etwa einen Monat später, Ende August oder Anfang September beginnt das Weibchen mit dem Bau von einem ballonförmigen Kokon. Diese Arbeit wird in der Nacht gemacht und dauert ca. 5 Stunden.