(Dryocopus martius)

Grösse
Spannweite
40 - 47 cm
67 - 73 cm
 
Gewicht 300 - 350 g  
Gelege 1 Gelege à 4 - 6 Eier  
Brutdauer
Nestlingszeit
12 - 14 Tage
24 - 28 Tage
 
Zugverhalten Standvogel  
Aufnahmedaten: Die Bilder wurden in der Zeit vom 10. April 2007 bis 16. Mai 2007 in Nussbaumen aufgenommen  


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Schwarzspechte sind die grössten europäischen Spechte, sie sind fast so gross wie Rabenkrähen. Die Männchen haben einen roten Scheitel, die Weibchen einen roten Genickfleck. Die Iris ist hellgelb und der Schnabel ist gelblich elfenbeinfarben. Ihr Flug ist nicht wellenförmig, sondern geradlinig und etwas schwerfällig, eichelhäherartig.

Die Schwarzspechte benötigen für die Anlage von Schlaf- und Nisthöhlen Altholzbestände mit mindestens 4 – 10m astfreien und in dieser Höhe noch 38cm dicken glattrindigen Stämmen (vorzugsweise Buchen, bei deren fehlen Fichten). Bevorzugt werden Bäume die freien Anflug gewähren.
Als Nahrungsbiotop werden ausgedehnte, aber durch Lichtungen und Wiesen aufgelockerte Laub oder Laub-Nadel-Mischwälder, in denen von holzbewohnenden Arthropoden befallene Bäume oder vermodernde Baumstümpfe stehen bleiben, besonders gern aufgesucht.

Schwarzspechte haben grosse Aktionsradien. So können Höhlenbäume bis 2 manchmal sogar bis zu 4 km voneinander entfernt sein. Die Brutpaare benötigen bei uns in der Regel eine Fläche von 100ha, die Reviere können aber bis zu 400ha gross sein. Sie sind ab dem ersten Lebensjahr geschlechtsreif und führen eine monogame Saisonehe.
Die Reviergründung durch Männchen und Weibchen beginnt mit der Inspektion von Höhlenbäumen und mit der Wahl (und Reinigung) einer Schlafhöhle, an der für die nächsten Wochen und Monate festgehalten wird. Der Höhepunkt vom Revier markieren und Höhlen zeigen wird im März und der ersten Hälfte vom April erreicht. Ein Höhlenbaum ist dann als Brutbaum gewählt, wenn der Partner die angebotene Höhle, bzw. den Initialen Anschlag inspiziert hat und Männchen und Weibchen ihre Klopf und Hackaktivitäten ausschliesslich auf diesen Baum richten.
Bruthöhlen können zwischen 31 – 65cm tief sein, die lichte Weite in Höhe der Nistmulde ist ca. 25cm. Das ovale Einflugloch ist ca. 9 x 13cm gross. Eine Höhle kann mehrere Jahre als Bruthöhle dienen und anschliessend noch weitere Jahre als Schlafhöhle. Die Anlage einer neuen Höhle dauert bei Buchen 23 – 28 Tage, bei Weichhölzern ca. 14 Tage. Männchen und Weibchen bauen beide, wobei der endgültige Innenausbau von den Männchen gemacht wird. Beim Bau einer Buchenhöhle werden über 10'000 Späne produziert mit Grössen bis zu 11cm. Länge, 2cm Breite und 3-5mm Dicke.

Besonders intensiv ist ihr 10 bis 20-silbiger Ruf zur Fortpflanzungszeit, z.B. kwoih-kwihkwihkwihk-wikwikwik… Warnruf ist ein der Dohle ähnliches kijak, Flugruf kürr-kürr-kürr und Standortruf kliööh. Die Trommelwirbel der Männchen bestehen aus etwa 17 Schlägen pro Sekunde. Daneben ist auch demonstratives Klopfen und langsameres Trommeln zu hören.